Aktuelles

27.10.2017

SPD Grötzingen trauert um Siegfried Ruhland

Die SPD Grötzingen trauert um ein sozialdemokratisches Urgestein. Obwohl schon schwer von Krankheit gezeichnet waren ihm an seinem 93sten Geburtstag, sechs Tage vor seinem Tod, alle Besucher herzlich willkommen. Er freute sich über jeden Einzelnen, seine Kinder, Enkel und Urenkel, Schulkameraden und Freunde: „Du hast mir heute die größte Freude gemacht, dass Du gekommen bist!“  


Siegfried Ruhland führte ein Leben, das bestimmt war von Arbeit und Pflichterfüllung, der Fürsorge für seine Familie, der Zuneigung zu seinem Heimatort Grötzingen und den klassischen Zielen der Sozialdemokratie.

 

Am 21. Oktober 1924 wurde er in der Waldstraße 5 (heute Bruchwaldstraße) geboren. Nach Abschluss der Volksschule absolvierte Siegfried Ruhland eine Maschinenschlosserlehre im Reichsbahnausbesserungswerk Karlsruhe. Gleich mit der Gesellenprüfung 1942 wurde er zur Marine eingezogen und kämpfte im Eismeer und in der Ostsee. Noch im Februar 1945 geriet Siegfried in der Nähe von Emden in britische Kriegsgefangenschaft, im September wurde er entlassen und kehrte nach Grötzingen zurück.      


1971 ist Siegfried Ruhland in die SPD eingetreten, von April 1974 bis April 1989 war er Ortschaftsrat in Grötzingen. 15 Jahre vertrat Siegfried Ruhland die Ziele der SPD in Grötzingen. Er, immer im Dienste der Grötzinger Mitbürger, stritt mit seiner SPD im Ortschaftsrat für angemessene Müllgebühren, den Ausbau des Glascontainer-Netzes und die Einführung der 30-Stundenkilometerzonen im Ortskern. Ein besonderes berührendes Erlebnis war für ihn die Errichtung der Stele an der ehemaligen Synagoge zur Erinnerung an die Grötzinger jüdischen Mitbürger. 


Vielfältig, lange Zeit und treu stand Siegfried Ruhland an der Seite Grötzinger Vereine, allen voran dem VFB. Dort war er von 1972 bis 1994 im Vorstand tätig, von 1977 bis 1995 Kegelobmann, ab 1980 im Ehrenrat und seit 1984 Ehrenmitglied. Im Juni 1994 wurde ihm die Landesehrennadel für Baden-Württemberg verliehen. 


1985 ging Siegfried Ruhland nach 46 Jahren bei der Bundesbahn in den Ruhestand, war danach jedoch noch immer aktiv. Auch als er 1989 den Ortschaftsrat schon verlassen hatte, blieb sein lebhaftes Interesse und seine Anteilnahme am örtlichen Geschehen und „seiner“ SPD hellwach, bis zuletzt.

                                                                                                           (SPD)

Freitag, 13. Januar 2017

Neujahrsempfang der SPD

Für alle da - in Gemeinde und Gesellschaft

 

Volles Haus im Augustasaal. Etwa vierzig  Mitglieder und Freunde der Sozialdemokratie konnte der Vorsitzende des Ortsvereins beim Neujahrsempfang der Grötzinger Sozialdemokraten begrüßen, unter ihnen den Vorsitzenden der Gemeinderatsfraktion, Parsa Marvi, Stadträtin Sibel Uysal und Grötzinger Ortschaftsräte. Kurt Fischer nannte gleich zu Beginn des geselligen Empfangs einen spektakulären Erfolg: "Etwa 80 Teilnehmer folgten am 29. Dezember unserem Aufruf zur parteiübergreifenden Mahnwache auf dem Rathausplatz gegen Rassismus und für Frieden und Gerechtigkeit!" Es sei eine der vornehmsten Aufgaben der Sozialdemokratie, beharrlich und mutig für Frieden und Verständigung einzutreten. "Auch im Ort muss der Zusammenhalt gestärkt werden, wir dürfen nicht wegsehen, nichts Aussitzen oder abbügeln. Die Sozialdemokratie muss für alle da sein, in einer freien, menschlichen Gesellschaft - das treibt uns an!"


Unterstrichen wurde dieses Bekenntnis zur Weiterentwicklung der Demokratie mit einem kleinen Film zur Geschichte der Sozialdemokratie. In Kontinuität von August Bebel über Friedrich Ebert, Kurt Schumacher und Willy Brandt bis zu Sigmar Gabriel laute die Antwort der Sozialdemokratie auf Hass und Terror: Zusammenhalt, Besonnenheit und Entschlossenheit. "Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht", sagte Otto Wels, als er mit 99 SPD-Abgeordneten gegen das Ermächtigungsgesetz stimmte - der Todesstoß für die Demokratie, dem alle übrigen 444 Abgeordneten beipflichteten.


Neben Politik und Geschichte durften die kulinarischen und vergnüglichen Elemente nicht fehlen. Ein üppiges Menu und der literarische Beitrag von Angela Gutjahr-Zipfel, die absonderliche Erkenntnisse von Axel Hacke zitierte: "Online-Händler wollen tatsächlich »reale Läden« aufmachen. Verrückte neue Trendwelt! Was kommt als nächstes? Die Zeitung auf Papier lesen? Wo sie nur immer die Ideen herhaben, diese Online-Leute?!"

 

Fastnachtlich passend mit den Insignien einer Ehrenhexe dankte Kurt Fischer für den heiteren Beitrag und konnte nun auch Ortsvorsteherin Karen Eßrich begrüßen, die dem SPD- Ortsverein im Häs der Hottscheck-Hexen, gerade frisch gekürt und und geschlagen, einen Besuch abstattete.

 

Ein gesellschaftliches Ereignis mit vielen Facetten, das bis in den späten Abend informativ und kurzweilig blieb. "Unser allergrößtes Lob gilt Joachim Kuttler, der fast alles heute abend allein organisiert hat", lobte Kurt Fischer, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins. Ein erwartungsfroher Einstand ins Jahr 2017!   

 

12.02.2016:

Transparenz, Bürgerbeteiligung und Flüchtlingshilfe

In ihrer Mitgliederversammlung am 12. Februar 2016 befasste sich die SPD Grötzingen mit den Themen Bürgerbeteiligung, Transparenz und der Situation der Flüchtlinge in Grötzingen.

 

TRANSPARENZ UND BÜRGERBETEILIGUNG

 

Einstimmig beschlossen die Mitglieder, dass vor politischen Entscheidungen von grundsätzlicher Bedeutung die Bürgerinnen und Bürger angehört und von Anbeginn in die Entscheidungsprozesse einbezogen werden.

Selbstverständlich haben die politischen Gremien wie Ortschaftsrat und Gemeinderat die Entscheidungshoheit. Für die SPD ist es aber ebenso selbstverständlich, dass ihre Mandatsträger die Interessen von Bürgerinnen und Bürgern und die Beschlüsse der Mitgliederversammlung bei ihrer Arbeit berücksichtigen.

 

So auch der Fraktionsvorsitzende Egon Siegrist. Er wies darauf hin, dass es gemeinsam mit Ortsvorsteherin Karen Eßrich und mit Unterstützung der Grünen Liste Grötzingen gelungen sei, einen neuen Politikstil zu etablieren. Dass dies in der Bevölkerung ankomme, zeigen auch die vielen Fragen, die von den Bürgern zu Beginn der Ortschaftsratssitzungen gestellt werden. Zur Transparenz gehöre auch, dass, soweit dies rechtlich möglich ist, Entscheidungen in öffentlicher Sitzung getroffen werden.

 

AKTUELLE SITUATION DER FLÜCHTLINGE IN GRÖTZINGEN

 

Beate Ebendt, zusammen mit Borghild Wicke-Schuldt Sprecherin des Flüchtlingshelferkreises Grötzingen, gab dann einen ausführlichen Überblick über dessen Aktivitäten in der LEA Außenstelle Greschbachstraße. Sie berichtete, dass derzeit zwischen 60 und 70 ehrenamtliche Helfer aus Grötzingen und einigen anderen Stadtteilen in der Flüchtlingshilfe tätig sind. Derzeit sind 130 von 160 Plätzen in dieser Einrichtung belegt. Die Flüchtlinge kommen zum größten Teil aus Serbien, dem Kosovo, Montenegro, Albanien, aber auch aus Gambia, Syrien, Irak und Afghanistan. Bei den Asyl Suchenden aus den Balkanländern handelt es sich meist um Familien mit Kindern. Auch wenn viele der Flüchtlinge nicht anerkannt werden und in ihre Heimat zurückkehren müssen, möchte der Helferkreis gewährleisten, dass sie während ihres Aufenthalts hier menschlich und anständig behandelt werden.


Ein großes Lob hatte Beate Ebendt für die Spendenbereitschaft der Grötzinger Bevölkerung, durch die es möglich ist Kleidung, Hygieneartikel, Einrichtungsgegen-stände Spielzeug und Unterrichtsmaterial usw. zu beschaffen und vor allen die Sachkosten für die Aktivitäten zu finanzieren. Das Schlimmste für die Flüchtlinge sei es, wenn sie den ganzen Tag untätig bleiben müssen. Dies führe bei vielen zu depressiven Stimmungen. Besonders die Kinder leiden unter der Situation. Dem wolle man mit dem Programmangebot entgegenwirken. So organisiert der Helferkreis zum Beispiel Deutschunterricht, Kinderspielnachmittage und Feste, Sport- und Kreativkurse und Ausflüge in den Zoo, Kunsthalle ZKM, Museen usw.
Außer wenigen internen Streitigkeiten habe es bisher keine kriminellen Zwischenfälle gegeben. Dies werde auch von der Polizei und den anderen Behörden anerkannt und gelobt.


Dass Flüchtlinge trotz guter Deutschkenntnisse und mit qualifizierter Schul- und Berufsausbildung an rechtlichen Hürden scheitern, sei nicht zu verstehen, so Beate Ebendt. Hier bestehe Handlungsbedarf.


Der Vorsitzende der SPD Grötzingen, Kurt Fischer, sprach dem Flüchtlingshelferkreis Dank und höchste Anerkennung aus. In einer Arbeitsgruppe wird die SPD Grötzingen Eckpunkte erarbeiten, wie die Integration von Flüchtlingen politisch und rechtlich besser umgesetzt werden kann.