Aktuelles

28.01.2018

Erinnerung an Herbert Schweizer

Grötzinger Bürgermeister, Ortsvorsteher und kommunalpolitischer Visionär

 

"Ein Grötzinger mit Leib und Seele" nannte ihn der ehemalige Oberbürgermeister Heinz Fenrich. Und der Vorsitzende der Heimatfreunde sagte anlässlich des 80. Geburtstags von Herbert Schweizer: "Er ist ein kommunalpolitischer Visionär."

 

Am 28. Januar wäre Herbert Schweizer 95 Jahre alt geworden, ein Anlass für den Ortsverein der SPD seiner mit einer Kranzniederlegung zu gedenken.

 

"Gerechtigkeit, Toleranz, Tatkraft und Organisationstalent, Gewissenhaftigkeit und fortschrittliches Denken zum Wohle der Grötzinger Einwohnerschaft hatte er sich selbst auf die Fahne seines kommunalpolitischen Werkes geschrieben." Mit diesen Worten erinnerte der Vorsitzende Kurt Fischer an die Leitlinien des Bürgermeisters der Gemeinde Grötzingen und späteren Ortsvorstehers des Karlsruher Stadtteils.

 

"Miteinander - Füreinander" sei der zweite Wahlspruch Herbert Schweizers gewesen. Mit beiden zusammen reihte er sich in die gute Tradition der Grötzinger Sozialdemokratie ein. Schweizer habe damals bereits auf Schwerpunkte gesetzt, welche heute sehr bekannt vorkommen, damals jedoch Zukunftsmusik waren: Baugeländeerschließung, Bau einer Turnhalle bei der Schule, Bau eines Hallenbades, Förderung der Kindergärten und Anlage von Kinderspielplätzenund Grünanlagen und den Ausbau von Ortsstraßen und Gehwegen und die Ansiedlung von Industrie und Wirtschaft, zur Stärkung der Finanzkraft der Gemeinde. Noch heute profitiere die Stadt Karlsruhe nicht unwesentlich davon. 

 

In besonderer Erinnerung sind Heinz Hollerbach und Volker Ebendt das Wirken Herbert Schweizers zum Wohl der Grötzinger Vereine. "Er war in fast allen Kultur- und Sportvereinen Mitglied, nahezu 20 an der Zahl." Er engagierte sich mit Wort und Tat bei den Naturfreunden, deren Obmann er war, bei der AWO und dem VDK. Auch die Grötzinger Vereine profitieren noch heute maßgeblich von Einrichtungen, die in der Amtszeit von Herbert Schweizer entstanden sind, darunter das kulturelle Zentrum Grötzingens, die 1986 eingeweihte Begegnungsstätte. 1990 wurde er für seine Verdienste mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. 

 

"Heute sind die Verdienste von Herbert Schweizer unumstritten", sagt Kurt Fischer. Doch zu ihrer Zeit seien seine Ideen heftig umkämpft gewesen und hätten auch in der Sozialdemokratie zu mancher Zerreisprobe geführt. Jedoch: "Sein Wagemut und seine Beharrlichkeit sind für uns heute Vorbild, für Grötzingen die Zukunft zu gestalten. Diesen Auftrag wollen wir im Sinn von Herbert Schweizer fortführen!"

Kranzniederlegung des SPD Ortsvereins anlässlich des 95. Geburtstages von Herbert Schweizer

27.10.2017

SPD Grötzingen trauert um Siegfried Ruhland

Die SPD Grötzingen trauert um ein sozialdemokratisches Urgestein. Obwohl schon schwer von Krankheit gezeichnet waren ihm an seinem 93sten Geburtstag, sechs Tage vor seinem Tod, alle Besucher herzlich willkommen. Er freute sich über jeden Einzelnen, seine Kinder, Enkel und Urenkel, Schulkameraden und Freunde: „Du hast mir heute die größte Freude gemacht, dass Du gekommen bist!“  


Siegfried Ruhland führte ein Leben, das bestimmt war von Arbeit und Pflichterfüllung, der Fürsorge für seine Familie, der Zuneigung zu seinem Heimatort Grötzingen und den klassischen Zielen der Sozialdemokratie.

 

Am 21. Oktober 1924 wurde er in der Waldstraße 5 (heute Bruchwaldstraße) geboren. Nach Abschluss der Volksschule absolvierte Siegfried Ruhland eine Maschinenschlosserlehre im Reichsbahnausbesserungswerk Karlsruhe. Gleich mit der Gesellenprüfung 1942 wurde er zur Marine eingezogen und kämpfte im Eismeer und in der Ostsee. Noch im Februar 1945 geriet Siegfried in der Nähe von Emden in britische Kriegsgefangenschaft, im September wurde er entlassen und kehrte nach Grötzingen zurück.      


1971 ist Siegfried Ruhland in die SPD eingetreten, von April 1974 bis April 1989 war er Ortschaftsrat in Grötzingen. 15 Jahre vertrat Siegfried Ruhland die Ziele der SPD in Grötzingen. Er, immer im Dienste der Grötzinger Mitbürger, stritt mit seiner SPD im Ortschaftsrat für angemessene Müllgebühren, den Ausbau des Glascontainer-Netzes und die Einführung der 30-Stundenkilometerzonen im Ortskern. Ein besonderes berührendes Erlebnis war für ihn die Errichtung der Stele an der ehemaligen Synagoge zur Erinnerung an die Grötzinger jüdischen Mitbürger. 


Vielfältig, lange Zeit und treu stand Siegfried Ruhland an der Seite Grötzinger Vereine, allen voran dem VFB. Dort war er von 1972 bis 1994 im Vorstand tätig, von 1977 bis 1995 Kegelobmann, ab 1980 im Ehrenrat und seit 1984 Ehrenmitglied. Im Juni 1994 wurde ihm die Landesehrennadel für Baden-Württemberg verliehen. 


1985 ging Siegfried Ruhland nach 46 Jahren bei der Bundesbahn in den Ruhestand, war danach jedoch noch immer aktiv. Auch als er 1989 den Ortschaftsrat schon verlassen hatte, blieb sein lebhaftes Interesse und seine Anteilnahme am örtlichen Geschehen und „seiner“ SPD hellwach, bis zuletzt.

                                                                                                           (SPD)